L WieLese

Bevor die Trauben in die Flasche kommen, muss erst einmal gelesen werden. Nein, kein Handbuch oder einen Roman sondern geerntet werden. Deswegen nehmen wir euch heute mit in den Weinberg und direkt zur Lese, also genauer gesagt zur Weinlese. Wann genau es den Reben an den Kragen geht, wie gearbeitet wird und was dann passiert, erfahrt ihr jetzt.

Alles im Blick bei der Weinlese

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Für eine*n Winzer*in gibt es im Herbst nichts schöneres als die Lorbeeren (in dem Sinne wohl eher die Trauben) für die harte Arbeit des Jahres zu ernten. So oder so ähnlich müssen sich wohl auch Eltern fühlen, wenn sie gespannt auf die Geburt ihres Kindes warten… äh ja, Ihr versteht sicherlich was wir damit sagen wollen.

Doch schon in den Wochen davor ist der Winzer ständig im Weinberg unterwegs und probiert immer wieder seine Trauben um den besten Moment für die Ernte zu bestimmen. Zudem misst er mit einem Refraktometer den Zuckergehalt in den Weinbeeren, denn der sorgt anschließend für den Alkoholgehalt bei der Gärung.

Gerade das Wetter spielt dabei eine wichtige Rolle. Faktoren wie Sonne, Wind und Regen beeinflussen die Reife und Qualität der Trauben zusätzlich und schlussendlich auch den Erntezeitpunkt. Denn wenn wir, wie in diesem Jahr, einen heißen Sommer haben, beginnt die Weinlese auch schon Ende August. Normalerweise ist der Zeitpunkt von Mitte September bis Oktober und dauert mehrere Wochen. Dabei beginnt der Winzer mit frühreifen Rebsorten wie Rivaner (Müller-Thurgau), über Grauburgunder bis hin zu Riesling, der eher zum Ende gelesen wird. Im Januar wenn der Frost durch die Trauben gezogen ist, dann der Eiswein.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!

Wenn mit der Hand gelesen wird, also die Trauben mit einer Rebschere fein säuberlich vom Rebstock getrennt werden, sind dafür allerlei Helfer gefragt. Auch nimmt die Arbeit deutlich mehr Zeit in Anspruch. Hat aber den Vorteil, dass nur wirklich einwandfreie Trauben geerntet werden. Faule oder weniger reife Trauben bleiben einfach hängen. Auch an besonders steilen Hängen oder wenn es der Boden nicht zulässt ist die händische Ernte ein Vorteil. Ansonsten kommt der Vollernter zum Einsatz. Er sieht ein bisschen aus wie ein Traktor mit einem riesigen Maul. Mit ihm wird direkt über Rebe hinwegefahren; durch Rütteln und Klopfen fallen die Trauben auf ein Laufband und werden in einen Sammelbehälter befördert.

Anschließend werden die Trauben auf einen Hänger gekippt oder wenn sie per Hand gelesen wurden, in Körben oder Bottichen gesammelt und zum Weingut transportiert. Der Vollernter spart natürlich Zeit und Personal, danach müssen aber Blätter und andere „Fremdkörper“ aus der Ernte befreit werden. Beide Verfahren haben also ihre vor und Nachteile. Wenn die Arbeit im Weinberg vollbracht ist, warten die Trauben auf ihren großen Moment. Weiß- und Roséweintrauben werden relativ schnell durch eine Presse befördert, bei der am Ende der leckere Traubensaft übrig bleibt. Aus den Rotweintrauben wird in großen Bottichen eine Maische angesetzt. Das heißt, die Trauben werden gestampft, sodass sich die rote Farbe aus der Schale löst und an den Saft abgegeben wird.

Ihr seht, als Winzer*in hat man einiges an Vorarbeit zu leisten, bis die edlen Tröpfchen in der Flasche landen. Wenn ihr euer Weinwissen noch ein bisschen erweitern wollt, schaut auch mal bei unseren anderen Blogbeiträgen vorbei. Bis dahin – ZumWohl ❤️